Gefahren im Winter für Ihren Hund – und wie Sie sich schützen

(Foto: Horia Varlan - www.flickr.com )
(Foto: Horia Varlan - www.flickr.com )

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen niedriger. Die kalte Jahreszeit rückt näher. Damit Sie Ihren Hund vor den möglichen Gefahren im Winter schützen können, haben wir hier die wichtigsten Informationen und vorbeugenden Maßnahmen zusammengetragen.

Schnee sollte nicht gegessen werden

Für viele Hunde sieht der Schnee verlockend aus und sie versuchen Ihn zu essen. Davon sollten Sie Ihren Hund aus mehreren Gründen unbedingt abhalten. Zum Einen sind im Schnee oftmals krankheitserregende Bakterien, Dreck, Salz und andere Dinge enthalten, die Ihrem Hund Schaden können. Dazu kommt, dass der kalte Schnee sowohl den Rachenbereich, als auch die Magenschleimhaut reizt. Dabei kann es zu einer Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) kommen. Die Folge davon sind Durchfall und Erbrechen, unter Umständen sogar mit Blut im Erbrochenen. Sollte es soweit kommen, besuchen Sie unbedingt den Tierarzt. Dieser verabreicht dem Hund dann Injektionen, die die Entzündung stoppen. Außerdem sollten Sie den Magen Ihres Hundes zur Behandlung 24 Stunden lang schonen, indem Sie ihm nur Wasser oder abgekühlten Kamillentee (eventuell mit einer kleinen Prise Salz und Traubenzucker) und keine feste Nahrung geben.

Tipp zur Vorbeugung: Geben Sie Ihrem Hund vor dem Spielen im Schnee eine kleine Mahlzeit, damit er satt ist und gar nicht erst in die Versuchung kommt, vom Schnee zu naschen. Auch hilfreich sind Medikamente, die eine Schutzschicht über die Magenschleimhaut legen, wie zum Beispiel Maloxaan beim Menschen. Fragen Sie dazu am besten bei Ihrem Tierarzt nach.

Zwingerhusten / Erkältung

Nicht nur der Mensch kann sich im Winter erkälten. Auch beim Hund gibt es Atemwegsinfektionen, die zu Husten und einer triefenden Nase führen. Außerdem kann sich Ihr Vierbeiner bei erkälteten Menschen anstecken. In schweren Fällen kommt es sogar zu Fieber und Appetitlosigkeit. Auch hier gilt es, sofort den Tierarzt aufzusuchen. Dieser gibt ihrem Hund dann Schleimlöser und in schweren Fällen Entzündungshemmer und Antibiotika. Vorbeugen lässt sich eine solche Erkrankung durch eine gute Vitaminzufuhr durch hochwertiges Futter oder durch eine Impfung beim Tierarzt am Anfang des Winters.

Blasenentzündung

Beim toben im Schnee wird der Bauch des Hundes schnell nass und kühlt ab. Dabei kann es zu einer Blasenentzündung kommen. Merkbar macht sich diese dadurch, dass der Hund beim Spaziergang länger braucht, um Wasser zu lassen. Häufig ist dies auch von Schmerzen begleitet und der Hund jault. Sollte das der Fall sein, muss auch hier der Tierarzt aufgesucht werden, denn eine Blasenentzündung kann sich schnell auf die Nieren auswirken und so lebensbedrohlich werden. Der Tierarzt verabreicht hier meist ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel. Zusätzlich ist eine regelmäßige Überprüfung des Zustandes durch den Tierarzt notwendig. Die Behandlung dauert in der Regel mindestens zwei Wochen an.

Damit das gar nicht erst passiert, sollte nach dem Spielen im Schnee oder nach dem Spaziergang das Fell des Hundes komplett abgetrocknet werden.

Verletzungen an den Pfoten

Gerade Stadthunde kennen dieses Problem. Gestreute und gesalzte Gehwege und Straßen lassen die Pfote spröde und rissig werden. Die Haut wird gereizt und ein Ekzem entsteht. Im schlimmsten Fall vereitert die Pfote sogar und muss vom Tierarzt behandelt werden. Um dieser Gefahr vorzubeugen, sollten die Pfoten Ihres Vierbeiners nach dem Spaziergang mit klarem Wasser abgespült und abgetrocknet werden. Verwenden Sie hierbei Wasser auf Zimmertemperatur, da der Temperaturunterschied sonst zu groß ist und zu Schmerzen führt.

Einige Hunde versuchen wahrscheinlich, sich das Gemisch von Schnee, Eis und Salzen selbst von der Pfote zu lecken. Hier ist jedoch auch Vorsicht geboten, denn das Gemisch reizt schnell den Verdauungstrakt und kann zu Magen-Darm-Beschwerden führen.

Wählen Sie – wenn möglich – Strecken, die weder gestreut noch gesalzen sind, und achten Sie auch dann darauf, während des Spaziergangs die Pfoten Ihres Vierbeiners regelmäßig auf Eis und Schnee zu prüfen. Wenn nötig, wärmen Sie die Pfoten mit Ihrer Hand auf.

Vorbeugende Maßnahmen wären zum Beispiel das auftragen von einer speziellen Pfotenpflege, Vaseline oder Melkfett auf die Pfote vor dem Spaziergang. Außerdem ist es ratsam, das Fell zwischen den Zehen kürzen zu lassen, damit sich keine Eis- und Schneeklümpchen darin verfangen können. Bei ganz empfindlichen Pfoten kann man auch zu Hundeschuhen greifen.

Frostschutzmittel

Eine weitere Gefahr im Winter sind die häufig genutzten Frostschutzmittel. Sie schmecken sehr süß und könnten deshalb vom Hund aufgeleckt werden. Allerdings sind diese lebensgefährlich für Ihren Hund. Sofort den Tierarzt aufsuchen!

Zugefrorenes Gewässer

Lassen Sie Ihren Hund niemals eine vereiste Fläche betreten, die nicht auch für Menschen sicher begehbar und offiziell freigegeben ist. Bricht die Eisdecke ein, kann Ihr Hund ertrinken. Halten Sie Ihren Hund im Winter also zur Sicherheit immer an der Leine.

Die Kälte selbst

Die kleinste Gefahr im Winter ist die Kälte selbst. Um Ihren Hund vor der Kälte zu schützen, genügt in der Regel schon ein bisschen Bewegung und sein Fell. Bei besonders kälteempfindlichen Hunden oder Rassen mit sehr dünnem Fell, können Sie zu einer Hundedecke oder anderer Hundebekleidung greifen.

Sorgen Sie dafür, dass der Hund genügend Bewegung hat und nicht auf einer Stelle in der Kälte sitzen bleibt. Teilen Sie Ihre Spaziergänge lieber auf mehrere kurze Strecken auf, anstatt seltener und dafür längere Strecken zu gehen.

Bei Hunden, die draußen im Zwinger leben, sollte sichergestellt sein, dass seine Schlafunterlage warm genug ist. Im Zweifelsfall beheizen Sie den Zwinger oder holen Sie Ihren Hund über den Winter ins Haus.

Während des Fellwechsels sollten Sie ihren Hund regelmäßig bürsten, damit das neue Fell optimal nachwachsen kann.

Überfüttern Sie Ihren Hund nicht. Hunde, die draußen leben, haben im Winter einen leicht erhöhten Energieverbrauch und brauchen deshalb mehr Futter. Für Hunde die hauptsächlich im Haus leben gilt dies aber nicht. Wenn Sie Haushunden während des Winters die Nahrungszufuhr erhöhen, sind sie im Frühling schnell übergewichtig.